Referat vun: Janine Raab

1.Wat is "Boßeln"?

Boßeln hört neben Klootscheeten und Bowl-playing to de Kugelspeele. De Lüt boßeln an de Nordseeküste entlang vun Husum bit no Emden. Wenn man sik dat Boßeln förstellen will, dann mut man dat mit Diskusschmieten verglieken.

Ut een acheckiget Stück Wittbuchenholt kann de Boßelmokker twee Boßeln mokken. Wi dat richti geiht dat weet bloß de Boßelmokker Siegfried Boysen und sin Broder, dormit dat uk noch länger Boßeln geben deit,denn he hät sik allen een "Kugelrunddrehgerät" utdacht.

In min Fördrach much ik mi gerne op dat eenfache Boßeln und Srottenboßeln beschränken. För dat Boßeln brukt man 4 verschedene Boßeln. Dor is eenmol de 1/2 Pund-Boßel (250g), de is för Kinder bit 10 Johr, dann kumt de 3/4 Pund-Boßel (375g) för Kinder und Junioren vun 10 - 18 und dann möt de Jungs af 18, wenn se bi de Männer mitboßeln een Pund-Boßel (500g) schmieten. Und de Deerns af 15 möt immernoch mit een 3/4 Pund-Boßel (375g) schmieten, aber de hät een gröttere Umfang, denn de Fingers wassen jo uk.

Anfungen hätt dat mit dat Boßeln in de tweete Hälfte vun dat 17. Johrhundert. Dat weet man ut Breefe, de sik de Dörper domols schreben hem. Man glövt dat de niederländischen Diekbuer dormit anfungen sind. Fröher heet dat egentli Isboßeln, weil de Männer immer nur in de Winter , wenn de Groben und de Masch dich frorn wär, boßelt hem. Dorum is dat uk traditionell een Winterspeel. Dat de Männer hüt noch in de Winter boßeln stimmt, aber de Fruns sind hüt to dochs nich so mutig und fangen mit de Saison meist erst in de April an. De Männers boßeln in de Winter uk bi Schnee und Is.

Nicht nur dat hät sik ännert uk de Regeln und de Klamotten fun de Boßlers. Fröher haln de Boßlers schwatte Anzüge an und mussen för jede Kampf an de Diek en Vertrag fertig mokken, wo alle evtl. Probleme und Regeln för jede eenzelne Kampf fastlegt worn sind. Hüt gift dat för jede Kampf de selben Regeln, de in een Satzung fastholen warn. Aber af und to, denn an de Diek sind de edingungen jo nich immer gliek, lecht man uk mol Utnohmen fast. Und hüt häb de Boßler meist warme, wasserdichte Klamotten an.

Später as Boßeln immer bekannter worn is und immer mehr Lüt boßeln wullen hät man nich mehr gegen Dörper schmetten, sondern hät Unterverbände gründet. Dat gift de U.V. Eiderstedt, Dithmarschen, Steinburg und Norden. To de Ünnerverband Norden, also nördlich der Eider, gehören hüt noch BV Friesentreue, BV Husum, BV Mildeburg, BV Rödemis und BV Simonsberg. Wichtig is uk, dat dat Boßeln uk as een Heimatspeel und nicht nur as Sport beteken ward. Zwar hät dat Boßeln dör de Standkampf, wo de enzelne Boßler sin Leistung mit Meterband metten kann, wat mit Sportkampf to don, aber de meisten Boßler bestohn op dat Wort "Boßelspeel". Dat hät uk wat mit de kulturelle Siet vun dat Boßeln to don.

Wat besonders wichtig is und wat ik besonders hervorheben much is, dat man bi de Boßlers bloß Plattdütsch schnackt. Ob dat nun bi de Feldkämpfe, bi de Standkämpfe oder bi de Boßelbälle is. Alle Reden warn op "platt" holen.

Aber uk wer keen plattdütsch schnackt kann liekas boßeln. Dat hät bloß wat mit de nordfriesische Kultur to don und de oprecht to holn is uk Opgav vun de Boßler.

Fröher as noch de Dörper gegenanner kämpft hem, dor wern immer 50-100 Werfer an de Diek und jeder hät´n lüttsche Betrag för de Kampf betolt. Vun düsse Betrag hät man noh de Kampf Beer und Tabak för de Siegers betolt. Hüt sind dat bloß noch 10-20 Schmieter pro Vereen und noh de Kampf gohn de Männers meist in de Krog und supen ut de egen Tasch. De Fruns sätten sik meist noh de Kamf an de Diek und drinken Kaffee und Kakao, denn uk in de April is dat noch nich immer warm, und etten Brote und andere Leckereien, de se sik vun to Hus mitnohmen hem.

Wat ik aber op keen Fall vergetten much sind de twee Wör: "Lüch op!"

Dat schriet man richti lautstark ut de Hals und zwar immer noh een Kampf an de Diek, bi een Standkampf för de Sieger und uk mol so, wenn wi lusti donoh sind. Dat mokt richti Spoß, denn ik sech immer: Wo hät man denn schon mol de Chance richtich laut to schrien, ohne dat di jemand blöd ankieken deit. Bit Boßeln !!!

Wat veele uk nich weeten is, dat sogar T. Storm in sin Novelle "De Schimmelrieder" de Boßlers erwähnt hät. Aber as de Novelle verfilmt worn is hät man dat Boßeln eenfach dör andere Speele ersetzt.

Und wär meent "In Friesland ward nicht sungen", de wär noch nich mit de Boßlers lang. De Boßlers häm sogar ern egen leed. Dat "Boßelleed". Uk Gedichte häm de Lüt schon öber dat Boßeln schreben, wenn se besonders vun een Wurf beeindruckt wärn.

Bevör ik nun mit dat erklären vun de verschiedenen Boßelarten beginne, much ik gau fortälen wie dat Boßeln geiht, denn dann kann man sik dat uk veel better förstellen.

Also de Schmieter nimmt sik een Boßel to Hand. Nimmt se meist in dre Finger (Dum, Zeigefinger und Mittelfinger) und nimmt sik sin Anloop. Stellt sik in sin Position, rennt oder löpt los, dreiht sik eenmol, um Schwung to holen und schmiet de Boßel dann in de richtige Moment los. Wenn dann alns richti loopen is dann schull de Boßel möglichst grade flegen.

Natürlich gift dat uk schlaue Lüt, de sik amol Gedanken öber de genaue technische Avloop mokt häm, aber um disse Formeln und de Theorie vun de Boßelbewegung to verstohn, brukt man Abitur und een Doktortitel dorto. Ik kann ja mol de Formel vun een Ideal-Wurfweite opschrieben: l=c cos alpha * 2c sin alpha /g

Veel Spoß bit Öben!!!

2.Feldkämpfe/Standkämpfe

Feldkämpfe nennt man dat Boßeln an de Diek. Dor finden sik an de Diek twee Vereene tosom. De Regeln sind bi Männer und Frunslüt gliek. Jede Mannschaft hät al sine Schmieter in een Rullnbok schreben und dann warn de Böker uttuscht. Dann wart een Punkt utmokt, wo beide Vereene losschmieten. Jede Mannschaft stellt een Schiedsrichter, een Stockleger, een de dat Dok mit lang nimmt und een, de dat Rullenbok führt. Dann schmitt de erste vun een Mannschaft und de Stockleger und uk een poor annere lüt, de dor stohn wo de Boßel hin schall passen op wo de Boßel dol kumt. Dann steckt de Stockleger dor een Stock hin. Natürlich ward dor uk ordentli schreen und anführt. Dann schmitt de erste vun de andere Mannschaft und de andere Stockleger markt sik, wo de Boßel afbleben is. De beide mit de Döker legen de Döker dorhin, wo de Stöcke sind. De nächste Schmieter is nun de tweete ut de Gruppe, de wieter torüchlicht. Dann kumt wor de Andere und so wieter...

Wenn nun alle eenmol an de Reech wärn, dann dreiht man und geiht wor torüch in de andere Richtung. Wun hät de Mannschaft, de no de letzte Schmieter förut licht.

Noh de Kampf stelln sik beide Vereene tosom und de Vörsitzende vun de Verlierer fangt an een Rede to holen und schenkt de Sieger een Boßel. Dann schrien alle för de Sieger een drefach, kräftiges "Lüch op!", dann bedankt sik de Sieger und dann drinken wi tosom Kaffee und Kakao. Wenn een Vereen 3x noheenander wunnen hät, dat mut de Verlierer em een goldene Boßel överreichen. Dat is dann meist op de Boßelball vun de Sieger.

Standkämpfe sind de Hinwendung to een sportliche Wettkampf. Boßelt wart nun nicht mehr unbedingt an de Diek, sondern uk op´n Sportplatz. To dat Standboßeln gehört een Bahn, de genau för alle Boßler förschreben is. Nun kann jede Einzelleistung genau metern warn. As Kind hät man 4 Würfe, vun de aber uk bloß de 3 besten tält warn und de Erwachsenen häm nur noch 3 Würfe. Wenn man een Boßel rut schmieten deit, dat het rut ut de Bahn, dann wart de Serie nicht vollständig. För jede Öllersklass gift dann een Bestimmte Soll, de man schmieten mut, um een gültige Serie to häm. Dat Standboßeln ward opdeelt in Prisboßeln und Konkurrenzboßeln. Bit Prisboßeln kann man Pokale und Urkunden gewinnen und bit K. gift dat Sachprise.

3.Strottenboßeln

Dat Strottenboßeln is een Afwandlung vun de Feldkampf, Klootscheeten und vun´t Boßeln. Dat Strottenboßeln findet op en afspeerte Strott statt. Hierför hät man twee verschedene Boßeln. Entweder een Pockholt-Strottenboßel oder een Hartgummi-Strottenboßel. Jede Schmieter hät 10 Würfe, de man wie bit Kegeln lang de Strott fiedelt. Dat de Strott uk mol op und dol geiht und uk mol Kurven hät, is jo selbstverständlich. Dann mut man eben mit veel Geschick und Glück am wietsten sin Boßel schmieten.